Das Kulturerbe
Nederlands Français Deutsch English








Die Sakramentskapelle
Hier wird die Qualität der barocken Bildhaukunst auf die Spitze getrieben, vor allem in der Kommunionsbank (W. Kerrickx und H. F. Verbruggen, 1695). Das Material ist so naturgetreu bearbeitet, dass man beinahe vergisst, dass es sich um gebildhauenen Marmor handelt. Liebliche Messdiener-Engelchen verehren Jesus, hier in der Form von Brot und Wein, mit angemessenen Gesten und erkennen Ihn als das wahre Lamm Gottes.
Das angrenzende Fenster mit seiner prächtigen grünen Landschaft - ein Meisterwerk von Jan de Labaer (1626) - erzählt in mehreren Phasen die Geschichte von Rudolf van Habsburg, der bereitwillig sein Pferd einem Priester überlässt, so dass dieser um so schneller einem Sterbenden die letzten Sakramente und die Heilige Kommunion bringen kann.

Die Grabmonumente
Die St. Jakobskirche ist reich an Grabmonumenten, da sie im 17. und 18. Jahrhundert die Pfarrkirche von angesehenen Bürgern war. Andere Monumente sind hier im 19. Jahrhundert zurecht gekommen.
Wer hat kein Mitleiden mit Anna-Marie van den Berg, die für ihren Sohn, einem Kartäuserpostulanten, ein ergreifendes Gedächtnismonument hat bildhauen lassen? Der junge, kahlgeschorene Mönch ähnelt dem (echten) Totenkopf, den er vor sich sieht.
Was soll man von Herrn Cornelis Lantschot denken, der wegen seiner großzügigen Spenden und seinem "gewalt"-igen Gebet selbstversichert meinte, bereits einen Platz im Himmel erobert zu haben. Haben Sie schon einmal einen Feldherrn gesehen, der vor einem sehr einfachen Feind auf die Knie geht, obwohl er reichlich gesegnet ist mit strategischen Einsichten und einem eindrucksvollen Waffenarsenal? In der Tat, der Marquise del Pico de Velasco, ehemals Befehlshaber der Zitadelle, zeigt sich hier nicht mehr als ein Befehlshaber, sondern teilt das ganz gewöhnliche Los eines jeden Sterbenden.

Einige reiche Familien bauten im 17. Jahrhundert private Grabkapellen. Die berühmteste ist die von P. P. Rubens und seiner Familie in der östlichen Liebfrauenkapelle, die 5 Jahre nach seinem Tod, in 1645, fertig gestellt wurde. Rubens selbst hat das Gemälde "Unsere Liebe Frau umringt von Heiligen", das durch undeutliche Umstände nie bei dem eigentlichen Auftraggeber angekommen ist, für seine Grabkapelle ausgesucht. Porträts von Familienangehörigen, und sicher nicht von ihm selbst, muss man deshalb nicht darin suchen. 

Die Familie Carenna aus Mailand hatte St. Carolus Borromeus als Schutzpatron, hier dargestellt als Schutzpatron der Pestkranken in einem Gemälde von J. Jordaens.

Die Kanzel
Lodewijk Willemssens (1675) lässt vier weibliche Personifikationen die Kanzel tragen. Die Tugend des Glaubens wird als Wichtigste vorangestellt, unterstützt durch die suchende Wahrheit und - konkreter - durch die Wissenschaft, die die Wahrheit sucht auf der Ebene der Lebensanschauung, nämlich der Theologie. Wahrheitsgetreu soll der Glaube weitergegeben werden durch Unterricht, z. B. in Predigten. Beinahe vollständig unter der Treppe verborgen, hält die 'instructio', d. h. der Unterricht einen Spiegel in der Hand mit dem begleitendem Text: "Ziet erin en gij zult wijs worden - schau hinein und du wirst weise werden. Bei dem Unterricht lässt man die Menschen sich an berühmten Personen spiegeln, die auf einem bestimmten Gebiet großes Vorbild waren. Die Frage lautet dann auch: "woran spiegeln wir uns?"







(c) 2019 MKA | vzw Monumentale Kerken Antwerpen
Groenplaats 21
2000 Antwerpen
Contact

Powered by ICOLEIS