Geschichte
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Die Geschichte des größten gotischen Kirchengebäudes in den (früheren) Niederlanden fängt 1124 an. Eine alte Kapelle wird Pfarrkirche und das resultierte in einer respektablen Kirche in romanischem Stil. Ihrerseits wird diese ab 1352 wieder ersetzt durch die heutige gotische Kirche. 170 Jahre wird es dauern, bis sie in der heutigen Form vollendet ist. Aber in einer Zeit, in der Antwerpen die drittgrößte Stadt von Europa ist, träumte man von mehr. Die Kirche, die mit einer Länge von 119m, einem Dach von mehr als 1 ha und mit 128 Fenstern doch zu den größten der Welt zählte, sollte noch ausgebreitet werden - einer Weltausstellung würdig. Heute wird die Straßenführung an der Ostseite der Kirche noch immer durch diesen grandiosen Traum bestimmt; der jedoch durch einen verhängnisvollen Brand und das viele Löschwasser 1533 ins Wasser fiel.

Auch wenn die Abmessungen der Kirche blieben was sie waren, ihre hierarchische Position nahm zu, als sie bei der Gründung des Bistums Antwerpen als Kirche des Bischofssitzes ausgewählt wurde. Es ist dieser Sitz ("cathedra"), der sie zur "Kathedrale" beförderte. Dieses machte jedoch wenig Eindruck auf die calvinistischen Organisatoren der Bilderstürme (1566 und 1581). Eine neue Kunstfördernde Epoche brach an, als der Katholizismus in 1585 im Geiste der Gegenreformation wieder eingeführt wurde: der Barock mit seinem Großmeister Rubens.

In der Französischen Periode, Ende des 18. Jahrhundert, wird die Kirche vollständig leer geräumt. Es drohte selbst ein totaler Abbruch! Zum Glück wusste Stadtsbaumeister J. Blom die Pläne auf die lange Bank zu schieben. Im 19. Jahrhundert erhielt die Kirche eine völlig neue Ausstattung: altes Mobiliar wurde aus abgeschafften (Kloster-)Kirchen angekauft, neue Möbel in neoklassizistischem, danach reichlich in neogotischem Stil wurden bestellt (das monumentale Chorgestühl, mehrere Seitenaltäre und Portale). 1961 wurde Antwerpen wieder ein selbstständiges Bistum. Die Verwaltung der Provinz Antwerpen entschloss sich zu einer gründlichen Restaurierung der Kathedrale, ein gigantisches Projekt, das auch nach 1993 und heute noch weiter geführt wird. Man hat die große Chance genutzt, um archäologische Ausgrabungen durchzuführen: vieles ist dabei auch nicht ausgegraben worden!





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